Grundwasserreinigungsanlage im Benrather Schlosspark ist in Betrieb

 
Seit ges­tern ist die Grund­was­ser­sa­nie­rungs­an­la­ge of­fi­zi­ell in Be­trieb. Sie be­freit das Grund­was­ser von chlo­rier­ten Koh­len­was­ser­stof­fen. Bald gibt es Lärm­mes­sun­gen bei den An­woh­nern der Ur­den­ba­cher Al­lee.
 
 
VON AN­DREA RÖH­RIG UND VIC­TO­RIA WAL­TER
BEN­RATH Es rauscht – ste­tig, aber nicht un­an­ge­nehm laut. Pro Stun­de zieht sich die Grund­was­ser­sa­nie­rungs­an­la­ge, die im hin­te­ren Teil des Schloss­parks steht und seit ges­tern in Be­trieb ist, aus dem un­mit­tel­bar da­ne­ben lie­gen­den Grund­was­ser­brun­nen 90 Ku­bik­me­ter Was­ser. Da­mit könn­te man un­ge­fähr 450 Ba­de­wan­nen fül­len. Doch es geht bei der An­la­ge nicht dar­um, Was­ser zu ent­neh­men, son­dern der Flüs­sig­keit ge­sund­heits­ge­fähr­den­de chlo­rier­te Koh­len­was­ser­stof­fe (CKW) zu ent­zie­hen. Nach dem Rei­ni­gungs­um­lauf – un­ter an­de­rem durch Ak­tiv­koh­le­fil­ter – fließt das Was­ser in die It­ter.
Zehn Jah­re lang soll die An­la­ge lau­fen. Dann, so ist die Hoff­nung bei Um­welt­de­zer­nen­tin Hel­ga Stul­gies und der stell­ver­tre­ten­den Lei­te­rin des Um­welt­am­tes, In­ge Bantz, ist das CKW-Pro­blem be­rei­nigt, das ein Ge­biet zwi­schen Hil­den und Ben­rath be­trifft. Seit 2010 sind drei Sa­nie­r­uns­gein­rich­tun­gen in Be­trieb; die im Schloss­park ist die vier­te und letz­te. Bis­lang wur­den 3,4 Ton­nen CKW aus 22,3 Mil­lio­nen Ku­bik­me­ter Grund­was­ser ge­fil­tert.
Doch das nächs­te Um­welt­pro­blem steht schon vor der Tür. Das Grund­was­ser weist auch zu ho­he Wer­te von Per­fluo­rier­ten Ten­si­den (PFT) auf. „Wir ha­ben bei der Aus­wahl der Ak­tiv­koh­le­fil­ter so­wohl hier in der neu­en An­la­ge, als auch bei der im Ben­ra­ther Forst Wert dar­auf ge­legt, dass sie auch PFT her­aus­fil­tern kön­nen“, er­läu­ter­te In­ge Bantz. Dem Ver­ur­sa­cher die­ser Um­welt­ver­schmut­zung ist die Stadt noch nicht auf die Schli­che ge­kom­men.
An­ders bei der CKW-Be­las­tung. Chlo­rier­te Koh­len­was­ser­stof­fe wur­den frü­her in der In­dus­trie bei der Ent­fet­tung von Me­tall­tei­len so­wie bei der Rei­ni­gung von Tex­ti­li­en ein­ge­setzt. Der Stoff hat ei­nen bis zu 800 Me­ter brei­ten und drei Ki­lo­me­ter lan­gen Grund­was­ser­be­reich kon­ter­mi­niert, der vom Hil­de­ner Wes­ten bis zum Ben­ra­ther Schloss reicht.
An­ders als die An­la­gen in Hil­den und die im Ben­ra­ther Forst, die dun­kel­grün sind, ist die im Schloss­park schwarz. Mit der Farbaus­wahl woll­te man bei der Stadt si­cher­stel­len, dass sie vor al­lem im Win­ter, wenn die Bäu­me zur Ur­den­ba­cher Al­lee ihr Laub ver­lo­ren ha­ben, nicht so sehr ins Au­ge fällt, sag­te In­go Va­len­tin, Sach­ge­biets­lei­ter Grund­was­ser­sa­nie­rung bei der Stadt. Von ers­ten Pla­nun­gen, die gan­ze An­la­ge zu um­man­teln, hat­te man Ab­stand ge­nom­men.
Bleibt die Lärm­be­las­tung für die An­woh­ner der Ur­den­ba­cher Al­lee. Noch in die­sem Jahr wer­de man die Be­trof­fe­nen an­schrei­ben, er­läu­ter­te Va­len­tin. Denn nicht an der An­la­ge, son­dern an den Häu­sern wird die Laut­stär­ke ge­mes­sen, sag­te In­go Va­len­tin. 42 De­zi­bel dür­fen es dort sein. Da­mit die Nach­barn aber nicht über Ge­bühr be­las­tet wer­den, wird un­ter an­de­rem das ge­rei­nig­te Was­ser aus der An­la­ge nur tags­über in die It­ter zu­rück­ge­führt. Der­zeit wird noch ge­prüft, ob die An­la­ge ein zu­sätz­li­ches Ge­blä­se be­nö­tigt, um für den Rei­ni­gungs­pro­zess mehr Sau­er­stoff zu­zu­fü­gen.
Aber es geht nicht nur dar­um, die An­woh­ner vor Lärm, son­dern auch im Um­kehr­schluss die An­la­ge vor Van­da­lis­mus zu schüt­zen. An der Be­triebs­stät­te im Ben­ra­ther Forst hat die Stadt schlech­te Er­fah­run­gen ge­macht. Um die Ein­rich­tung im Schloss­park zu si­chern, be­kommt sie ei­nen 2,20 Me­ter ho­hen Zaun.
Zu­dem wird sie von vier Ka­me­ras über­wacht. Über ei­nen Be­we­gungs­mel­der schal­ten die sich an und zeich­nen das Ge­sche­hen auf. Ein Schild am Zaun soll dar­auf hin­wei­sen, dass die An­la­ge über­wacht wird. Das soll ab­schre­cken – denn Die­be klau­en nicht nur al­les, was nicht niet- und na­gel­fest ist, son­dern bau­en in­zwi­schen so­gar gan­ze Bau­tei­le aus und trans­por­tie­ren sie ab. Öf­fent­lich zu­gäng­lich ist die­ser Teil des Schloss­parks so­wie­so nicht; das Gar­ten­amt nutzt den Be­reich, der in Rich­tung Kran­ken­haus liegt, zum La­gern von Grün­ab­fäl­len. Die Zu­fahrt ist per Zaun ver­rie­gelt.
Wer sich ge­nau­er über die Funk­ti­ons­wei­se der An­la­ge in­for­mie­ren will, kann dies im Emp­fangs­raum des Na­tur­kun­de­mu­se­ums im west­li­chen Flü­gel des Schlos­ses tun. Ei­ne klei­ne Über­sicht, die das Grund­was­ser, die Grund­was­ser­nut­zung in Düs­sel­dorf und die Grund­was­ser­ver­un­rei­ni­gung im Stadt­ge­biet und spe­zi­ell in Hil­den/Ben­rath dar­stel­len soll, fin­det sich dort. Es gibt vier In­for­ma­ti­ons­ta­feln so­wie ein von In­ter­es­sier­ten steu­er­ba­res Mo­dell der Sa­nie­rungs­an­la­ge.
Bis En­de des Jah­res kön­nen sich in­ter­es­sier­te Be­su­cher die Über­sicht­s­ta­feln an­schau­en. Das Mu­se­um hat diens­tags bis sonn­tags von 11 bis 17 Uhr ge­öff­net. Der Ein­tritt zu die­sem Raum ist frei.
 
(Text Andrea Röhrig, entnommen der Rheinischen Post vom 15.11.2016)

Jetzt sind wieder alle Jeck

 

Festliche Krönung des Schlossgrafenpaares 2016 im Kuppelsaal von Schloss Benrath. Alljährlich im November wiederholt sich das Spektakel. Ab dem 11.11. verstärken sich die Karnevalsaktivitäten. Die Session beginnt. Allerorten werden Prinzen und Königspaare gekrönt. Also auch in Benrath. Natürlich wieder prächtiger und aufwendiger als im Vorjahr wurde das Schlossgrafenpaar Thomas Reupert und Nicole Mummert im Kuppelsaal von Schloss Benrath gekrönt. Alles was Rang und Namen in Benrath, im Düsseldorfer Karneval und in der Politik (2017 ist Wahljahr) hat, war da.

 

Das Schloss Benrath lebt auch von der Ausstattung des Parks, zu Beispiel mit den Statuen vor der Südterrasse

 

Auf der Rückseite des Schlosses, zum Spiegelweiher hin gewandt, stehen sechs überlebensgroße Statuen, die zu Teil griechische Götter darstellen. Leider werden sie in letzter Zeit immer häufiger als Kletterobjekt von großen und kleinen Kindern genutzt, ohne dass die Eltern einschreiten. Das wird die Statuen auf Dauer zerstören, dafür sind sie nicht gemacht.

Die Statue der „Schwarzen Mutter Gottes“ wird in einer Prozession um den Spiegelweiher bei Schloss Benrath getragen

Abschluss der Wallfahrstswoche
Düsseldorf. Mit einer stimmungsvollen Marienfeier auf der Südterrasse von Schloss Benrath, der sich eine Lichterprozession um den Spiegelweiher des Schlossparks anschloss, fand die 339. Wallfahrtswoche zur Schwarzen Muttergottes von Benrath am Sonntagabend ihren feierlichen Abschluss. Von Andrea Röhrig
Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hielt die Predigt. Im Anschluss geleiteten Priester, Ministranten, Fahnenabordnungen der Schützen und Pfarrvereine sowie die Wallfahrer das Gnadenbild mit Wechselgesang, Gebeten und Kerzen in den Händen, in feierlicher Lichterprozession durch die hereinbrechende Dunkelheit um den Spiegelweiher des Schlossparks zurück zur Pfarrkirche.

Die schwarze Muttergottes ist die Kopie des Gnadenbildes in Einsiedeln in der Schweiz. Sie wurde ein solcher Anziehungspunkt, dass schon seit dem Jahre 1677 Wallfahrtsprozessionen von Düsseldorf aus zur Benrather Kapelle stattfanden. In der Napoleonzeit fiel die Kapelle – wie viele andere Kirchen auch – der Säkularisation zum Opfer und wurde „auf Abbruch“ verkauft, wobei mit deren Erlös der Fischreichtum der Schlossgewässer vergrößert werden sollte. Dem damaligen Pfarrer Heubes gelang es jedoch, die Statue der Schwarzen Muttergottes in die Pfarrkirche St. Cäcilia zu retten.
Seitdem hat sie dort ihren Standort, seit 1903 in einer eigens für sie erbauten Kapelle. Jedes Jahr Anfang Oktober feiert die Benrather St. Cäcilia-Gemeinde die Wallfahrtswoche zur Schwarzen Muttergottes.
(entnommen bei RP-Online vom 9.10.2016)