Rundgang 2017 durch die Kunstakademie Düsseldorf


Bei dem jährlichen Rundgang durch die Kunstakademie Düsseldorf kam es auch diesmal wieder darauf an, neben der banalen, alltäglichen Kunst die Highlight zu finden. Manche Exponate sprechen den kunstinteressierten Laien eben nicht an, andere“ flashen“. Mir persönlich gefallen die optisch auffäligen spektakulären Werke.

Rebecca Benzenbergs Idee, Strumpfhosen in Form einer Wirbelsäule zu platzieren fand ich großartig.


In der Gursky Klasse gab es wieder wenig Fotografie, dafür aber eine Art Klettergarten zu sehen, der zu den Zuschauern hin mit Maschendraht abgesperrt war. Alexander Föllenz zeigt darin riesige Stehauf MännchenVon Innen sehen die Zuschauer daher aus, als wären sie eingesperrt. Interessant.
Im Hauptraum steht neben dem hängenden Seepferdchen ein Bewegungssensor. Er registriert Erschütterungen des Bodens, zum  Beispiel durch Schritte der Besucher und zeichnet sie mit roter Tinte auf einen endlosen Papierstreifen.


Überraschend die typische chinesische Arbeitskleidung in „Übergröße“ wie sie die chinesische Künstlerin Yixiao Cao an die Decke hängt. Ebenfalls gut gemacht die acht gipsenen Abgüsse ihres Kopfs und ihr Selbstbildnis. Klasse! 


Überzeugend auch die Installation „Schulhof“ von Eunsung Yang. 315 Gipsfiguren erinnern in Anordnung und Aussehen an die Original Terrakotta Armee. Echte Fleißarbeit!


Gefallen konnte mir auch die Abschlusspräsentation von Denise Kirsch. Fünf fast lebensgroße Eis-Esser-Portraits nebeneinander gegenständlich gemalt.

Rundgang 2017 Kunstakademie Düsseldorf

Phantasie zeigte auch die Klasse von Franka Hörnschenmeyer, die einen Dachboden simulierte und ein Zeltdach von unten begehbar machte. Interessierte, die sich auf den „Dachboden“ begaben, konnte das Zeltdach mittels eines Seiles anheben.

 

Es passiert auf dem ca. 100 Meterlangen Flur der Kunstakademie während des Rundgangs. Zunächst wundert man sich, dass da Kleidungsstücke auf dem Boden liegen. Man geht weiter. Dann steht da eine junge Frau, dick angezogen. Die zieht sich den  Mantel aus. Und lässt ihn auf den Boden fallen. Aha. Zwanzig Minuten später, sieht man sie wieder. Schon reichlich entblättert. Und sie macht weiter, bis sie ganz nackt ist. Als man ihr wieder begegnet, hat sie sich schon wieder fast ganz angezogen.

Ansonsten kam mit die Kunstakademie bei diesem Mal besonders voll vor. Lag es an der frühen Uhrzeit, dass so viele Schulklassen da waren, hat Kunst jetzt einen anderen Stellenwert? Ich weiß es nicht. Mal sehen, wie es im nächsten Jahr ist.